Geräucherte Gipfeli
Lange ausschlafen und dann ein leckeres Frühstück im Café… das klingt doch herrlich und war dementsprechend auch meine Absicht heute morgen. Frisch geduscht, mit der Sonntagszeitung unter dem Arm und hungrig wie ein Bär machte ich mich auf den Weg. Ferienbedingt benötigte ich mehrere Anläufe, betrat dann das Café vis-a-vis vom Metropol, setzte mich hin und griff zur Karte. Während ich diese studierte, umhüllte mich ein dicker fieser Nebel. Ich rang nach Atem, so stark verraucht war dieses Lokal… und ich sass am Nichtrauchertisch. Nein, ich möchte Buttergipfeli und keine geräucherten Brote! Ich entschloss ein anderes Lokal aufzusuchen.
Die Bedienung schaute mich schräg an und erkundigte sich, warum ich denn gedenke, ihr Lokal zu verlassen. Ich erklärte ihr, dass ich am Morgen früh ( … naja, 10 Uhr wars :-) keine Lust habe, ein Frühstück in einem verrauchten Kamin zu mir zu nehmen. Sie antwortete, dass es da doch einen Nichtrauchertisch gäbe und zeigte sich unverstanden. Nichtrauchertische wären ja gut und recht, wenn besagte Tische räumlich von den anderen getrennt wären oder das Lokal zumindestens über eine funktionierende Lüftung verfügte. Doch beides war nicht der Fall.
Also, ab zum nächsten Lokal. Dort erlebte ich ein Déjà-vu. Da war es mir zu blöd. Warum sollte ich Wirte unterstützen, welchen die Bedürfnisse der Kunden egal sind? Irgendwann werden sie es merken… oder eben nicht, dafür in den lautesten Tönen umherjammern und sich beklagen, dass ihnen die Gäste fernbleiben. Selbst schuld!
So besuchte die hiesige Bäckerei, liess mir ein frisches Brot aushändigen und startete in den eigenen vier heimeligen Wänden meine Frühstückszeremonie… und durfte dabei die leckeren Geschmacksstoffe des Gebäcks in allen Variationen erleben.
Ich sehne mich nach dem Rauchverbot, welches ich in Irland erleben durfte. Da kann man sich in Restaurants stundenlang der Geselligkeit hergeben und sich dabei kulinarisch verwöhnen lassen, ohne dass man danach stinkt wie ein geräucherter Hering… wobei dieser ja eigentlich deutlich besser duftet, als wenn man bei uns im Café frühstückt. ;-)
(Ach ja, es gibt löbliche Ausnahmen, z.B. die Café-Konditorei zum Pfauen in Bischofszell oder mein geliebtes Café Salina in St. Gallen)
Tja, genau wie in der Schweiz jammern auch die deutschen Wirte fast täglich: “immer weniger Gäste kommen zu uns, die Leute haben immer weniger Geld, wir tun schon alles”, doch dabei wollen sie schlicht und einfach nicht begreifen das immer weniger Leute bereit sind für Qualm Geld zu zahlen, insbesondere dann wenn man noch in Zonen gegängelt wird (“Marke Hinterzimmer für Nichtraucher”).
Warum das ganze fragt man dann? Weil “die Leute bei uns rauchen wollen” antworten die Wirte dann.
Dann antworte ich als Gast mal einfach: Spätestens wenn ihr nur noch 2 rauchende Stammgäste habt, werdet ihr merken das man mit Rauch keine Rechnung zahlen kann, und ein Cafè Kuchen und Cafè verkauft und nicht etwa stinkenden qualm.
Naja, aber lieber den ganzen ‘Tag heulen als handeln, aber gleichzeitig die Nichtraucher aussperren…
Wenn vielen Wirten die Farbe der Tischdecken wichtiger ist als die Frage ob ihr Raum verqualmt ist, stellt sich die Frage ob die Branche es nicht nötig hat 60% ihrer Gäste die nichtrauchen zufriednzustellen.