Coop im Kassensturz
Heute berichtete der Kassensturz (SF1) über einen Preisvergleich der hiesigen Lebensmittelhändler.
Einmal mehr schnitt Coop gegenüber Migros, Denner, Aldi und Carrefour als teuerster Detailhändler ab. Rund 10% teurer soll Coop im Vergleich zur Nummer 1, der Migros, sein.
Der Moderator Ueli Schmezer sieht zudem einen Widerspruch zur derzeitigen Coop-Werbekampagne. In dieser behauptet Coop, es sei lediglich ein Vorurteil, dass Coop teurer sei als andere.
Nur ein Vorurteil? Auch ich stelle beim Einkaufen immer wieder fest, dass ich bei Coop einfach weniger gefüllte Einkaufstüten als anderswo fürs gleiche Geld gekauft nach Hause trage. Und dennoch ertappe ich mich stets wieder, dass ich dort einkaufe, obwohl ich – ja ich gebs zu – eigentlich ein Migros-Mensch bin. Es ist denn auch reinste Bequemlichkeit: Coop liegt besser, hat den geräumigeren Laden und eine angenehmere Parkplatzsituation. Dazu gibts gleich vor Ort einen Bankautomaten.
Wieso bezeichne ich überhaupt als Migros-Typ? Naja, der orange Riese ist mir ganz einfach sympathischer. Seit Jahren lässt mich dessen kreative und originelle Werbung immer wieder schmunzeln, werde ich mit Innovationen und frechen Ideen überrascht und spüre, dass die Migros weit mehr fürs Volk macht als andere: Kulturprozent, Fitnesscenter, Golfparks, Freizeitangebote, Weiterbildung etc. Coop ist für mich hingegen ein reiner, profitorientierter Verkaufsladen, welcher sich jahrelang überheblich gezeigt hatte. Noch nicht lange ist es her, als der Coop-Chef verlauten lies, Coop hätte keine Billiglinie nötig und hätte kein Preisimage-Problem. Kurz darauf wurde M-Budget abgekupfert und PrixGarantie geschaffen. Bei Migros gibts Cumuluspunkte und für diese wiederum Einkaufsgutscheine die frei einsetzbar sind, bei Coop kann ich mit den Superpunkten lediglich die Produkte zum Listenpreis aus dem Supercard-Katalog bestellen.
Mein “Vorurteil“, wenn ich mich der Sprache der Coop-Werbung bedienen darf, dass Coop teuer und überheblich sei, konnte der Coop-Marketingchef Jürg Peritz mit seinem jüngsten TV-Auftritt leider nicht in Wohlgefallen auflösen. Im Gegenteil: Er versuchte den Preisvergleich als belanglos (er betreffe «nur 2.5% des Umsatzes») abzutun und auf eine unseriöse Basis zu stellen («reines Zufallsresultat», «Preisvergleich halte keiner Methode stand», «Äpfel mit Birnen»). Später äusserte er dann, Coop habe in den letzten zwei Jahren das Sortiment im Preis um mehr als eine halbe Milliarde Franken gesenkt. Nun, dass hat Coop bestimmt nicht aus purer Glückseeligkeit heraus gemacht. Wenn Coop, wie von Peritz/Loosli behauptet, bereits so günstig wie die Konkurrenz gewesen sein soll, warum sollte er dann die Preise derart senken? Ich frage mich, haben die Coop-Kunden somit vorher somit eine halbe Milliarde Franken zuviel ausgegeben?
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Das nächste Mal werde ich meine Bequemlichkeit überwinden und wieder “meine” Migros aufsuchen!
Bei Migros bedauere ich, dass viele Eigenmarke durch Markenprodukte ersetzt wurden und ersetzt werden. Teilweise handelt es sich sogar 1:1 um das gleiche Produkt, bloss in neuer Verpackung zum höheren Preis. Schade.