Archiv für April, 2008
Die Wegwerfgesellschaft treibt seltsame Blüten
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Schon letzten Herbst berichtete ich über ein Exempel der Wegwerfgesellschaft. Doch damit nicht genug, ich finde es wird immer schlimmer. Jüngstes Beispiel ist der HP Color Laserjet 1600, ein extrem preiswerter Farblaserdrucker, den ich mir für meine private Zwecke angeschafft habe. Gerade mal 248.- Franken bezahlte ich, dazu kriege ich noch 50 Franken von HP im Rahmen der Cash Back-Aktion zurück. Also 198 Franken. Im Lieferumfang enthalten: Vier Toner welche für insgesamt 1000 farbige A4 Seiten reichen sollen. Kurz durchgerechnet kostet also eine einzelne Seite 19.8 Rappen. Nicht gerade wenig, aber verglichen mit einem Tintenstrahler ein Klacks.
Doch was passiert, wenn in einigen Monaten die Toner leer sind? Originaltoner kaufen? Nunja, kurz gerechnet: Jeder der vier Toner kostet 127 Franken, reichen aber für 2’000 Seiten. Auf die einzelne Seite heruntergebrochen komme ich nun auf 25.4 Rappen pro Seite… 5.6 Rappen mehr also bezahlt man pro Seite, wenn man nur die Ersatztoner kauft. Schmeisse ich jedesmal den Drucker weg, dann komme ich mit den mitgelieferten Tonern billiger.
Irgendwie ist das einfach sowas von bescheuert… und trotzdem konnte ich dem günstigen Gerät nicht widerstehen. ;-)
Immerhin: Mit Nachbau-Tonern komme ich ein klein wenig günstiger weg, konkret 17.7 Rappen pro Seite.
Update 27.05.2008 – Bei Interdiscount gibts den Drucker jetzt neu für nur noch 199.- Franken, mit der Cashback-Aktion zahlt man also gerade mal Fr. 149.- für das Gerät inkl. Toner für 1000 Blatt. Bin ja mal gespannt, wie die Jungs vom Interdiscount aus der Wäsche schauen, wenn ich so ein Gerät kaufe, die Toner gleich im Laden auspacke und das Gerät zur Entsorgung dort lasse. :-)
Update 20.07.2008 – Jetzt wars soweit, der erste Toner ging zu Neige und ich war tatsächlich im Laden und rief mir einen Verkäufer. Ich deutete auf den Drucker und sagte: «Den hier kaufe ich, nehme aber nur die Seriennummer (für die Cashback-Aktion) und die enthaltenen Toner mit.»
Obwohl er ganz kurz aufhorchte, schien ihm diese Szene nicht ganz unvertraut. Im weiteren Gespräch erklärte er dann auch, dass in anderen Filialen solche Kundenreaktionen schon passiert seien und deswegen die Firma bei HP entsprechend interveniert habe. Angeblich sollen da nun Bestrebungen laufen, damit das Verhältnis zwischen Toner- und Drucker-Anschaffungspreis einen vernünftigen Rahmen annähme. Doch es dauere wohl noch…
Mal so ein richtig teures Objektiv nutzen…
4Wer sich intensiv mit der Fotografie auseinandersetzt merkt schnell, dass sich hier ein Fass ohne Boden aufgetan hat. Immer wieder entdeckt man neue nützliche Dinge, die man sein Eigen nennen will: Objektive, Beleuchtungsmittel, Lichtformer, Hintergründe, Speicherkärtchen, Drucker, Fernauslöser, Diffusoren und so weiter. So mancher Kauf wäre nicht nötig gewesen, doch die technische Neugierde muss befriedigt werden. Besonders Objektive gehen ganz gehörig ins Geld, doch das vorgängige Testen ist vielfach nicht möglich. Stattdessen versucht man sich auf Vergleichtests in Zeitschriften und Erfahrungsberichten auf Interrnetseiten zu verlassen, was nicht immer ein eindeutiges Ergebnis mit sich bringt.
Doch vor kurzem entdeckte ich nun einen Service vom Berner Fotografen Rolf Arni, der manches Fotografenherzen höher schlagen lässt. Auf www.rentalens.ch kann man seit wenigen Wochen für faires Geld auch die grossen teuren Objektive tage- oder wochenweise mieten. So kann man «gefahrlos» (vom Leichtsinn und den Folgen von Zerstörung durch Ungeschicklicheit mal abgesehen) und ohne Stress eines dieser hochgelobten Scherben wie zB. das Canon EF 70-200mm f/2.8L IS USM (kostet neu rund 2’500 Franken) auf Herz und Nieren austesten und sich an den vorzüglichen Eigenschaften erfreuen.
Dies habe ich nun dieses Wochenende getan. Bestellt, zwei Tage später per eingeschriebener Paketpost erhalten und nun eine Woche lang bei mir im Einsatz. Coole Sache wie ich finde… und jetzt weiss ich, dass ich wohl auf ein solches Traumobjektiv hin sparen werde. :) Es ist zwar schwer wie Elox – rund 1.5 kg – aber absolut lautlos, schnell und hat wunderbare Abbildungsleistungen.
Was die Werbung verspricht… #3 (100 weitere Produkte)
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Ob Chinesische Gemüsesuppen von Aldi oder Anna’s Best “Hacktätschli mit Herdöpfelschtock” – diese beiden Fertiggerichte befinden sich in bester Gesellschafft. Zumindestens wenn es um die Realitätsnähe der Abbildung auf der Verpackung geht. Diese Diskrepanz zwischen vorgeschwindeltem kulinarischem Genuss und der dem Auspacken folgenden Ernüchterung ist bei gewissen Gerichten riesig. Noch nie präsentierte sich mir der Coupé im Restaurant wie auf der Dessertkarte abgebildet und das Brötchen bei McDonalds ist wohl auch nur auf dem Foto über der Theke knusprig gebacken.
Doch die Werbung hat viel Narrenfreiheit, für meine Auffassung in vielen Fällen zu viel! Dies dokumentiert auch die Website Pundo3000.com, wo eine Projektgruppe einhundert Produkte aus allen Bereichen fotografisch dokumentiert hat: Verpackung, Detailabbildung des Gerichtes und die brutale Realität nach der Zubereitung. Viel Spass!
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