Vorhin weckte mich das Telefon. Am anderen Ende ein Call-Center (0582011349). Grmml… dabei hätte man Ferien. Dann beginnt die Dame am anderen Ende ihren Text herunterzuleiern…

Nur dank mir und meiner Treue sei die Schweizer Familie nun ganze 118 Jahre alt geworden… nun möchte sie sich bei mir dafür bedanken und bietet mir als Dankeschön an, die überarbeitete Zeitschrift die nächsten 10 Ausgaben lang zu erhalten… für nur 30 Franken … das sei aber kein Abo, es stoppe automatisch… ein Dankeschön für die treuen Leser sei das.

Öhhhmm…. ich habe in meinem Leben, wenn überhaupt, höchstens einmal diese antiquariert wirkende Zeitschrift gekauft. Ab und an entdecke ich sie im Wartezimmer beim Zahnarzt, doch vorher greife ich zu einem anderen Druckerzeugnis oder lese tagesaktuelle News auf dem iPhone. Ich habe damit bestimmt nichts, aber auch rein gar nichts zum «Erfolg» der besagten Zeitschrift beigetragen.

So erklärte ich der Dame, dass ich mich schon sehr über ihren Anruf wundere und führte meine Überlegungen dazu aus. Sie entgegnete mir daraufhin:

Ja, wissen Sie, ich kann eben nicht sehen, wie häufig Sie die Zeitschrift kaufen.

Und warum erzählen Sie mir dann so einen geheuchelten Bockmist von wegen ewiger Treue, Dankeschön und so, wenn Sie mich nicht kennen??? Warum wollen Sie sich bei mir für – keine Ahnung wofür – bedanken»? Und überhaupt, wo liegt denn eigentlich das grosszügige «Dankeschön», wenn man ein ganz normales «Schnupperabo» für einen Stutz weniger (gem. Website der Schweiter Familie) jederzeit bestellen kann?

Liebe Frau Schweizer Familie, liebe Verantwortlichen bei der Tamedia, ich fühle mich da schon ziemlich vergackeiert. Habt ihr es wirklich nötig, Euch auf dieses Niveau hinunterzubegeben und definitive Nichtleser den Hintern zu pudern, nur damit ihr vielleicht ab und an ein Probeabo an einen leichtgläubigen Mitmenschen vertickern könnt?

Wärs nicht ehrlicher und anständiger, wenn ihr einfach offen und ehrlich ein Probeabo anbieten würdet?

Franziska Leumann gefällt dieser Artikel