Das Schöne daran, wenn alle anderen Arbeitskollegen «ausgeflogen» sind, zeigt sich beim Einparken. Ohne schlechtes Gewissen darf man seinen Wagen quer über mehrere Parkfelder reinstellen… und keiner regt sich darüber auf.
Nicht schlecht hatte ich gestaunt, als ich zum im Parkhaus abgestellten Auto zurückkehrte und dann einen Zettel unter dem Scheibenwischer eingeklemmt vorfand. Darauf stand geschrieben: “BE 288 xxx ist in Ihr Auto gefahren.” Wie es scheint hatte da einer sich etwas verschätzt und meinen Wagen touchiert. Doch anstatt mich ausfindig zu machen oder mir wenigstens einen Hinweis zu hinterlassen, fuhr er davon. Frechheit!
Immerhin hat diesen Vorfall ein anderer Passant beobachtet und mir dann den Zettel zugeschoben.
Glücklicherweise sah die Sache schlimmer aus. Mit einem Tuch abgewischt und schon sind die Spuren fast verschwunden. Im Prinzip müsste man den Verursacher anzeigen, doch der Aufwand ist es mir nicht wert.
Manchmal staune ich selbst, wie oft ich nur einen kurzen Moment zu spät dran bin. Jetzt ist es mir schon zum dritten Mal passiert, dass unmittelbar bevor ich in den Pfändertunnel fahren konnte, die Ampel auf rot geschaltet wurde.
Im Unterschied zu einer normalen Ampel bedeutet dies jedoch, dass man nun mindestens eine Viertelstunde – wenn nicht länger – vor dem Tunnel steht und wartet, bis die Fahrzeuge die noch in den Tunnel fuhren durften das andere Ende erreichen und den Tunnel verlassen, dann der Sondertransport auf der anderen Seite reingelassen wird und dann irgendwann wieder das Tunnel verlässt. Beim Warten werden Gedanken wach: “Ach wie praktisch wäre es, wenn ich nur 20 Sekunden früher losgefahren wäre.”
Als ich dann nach langer Wartezeit endlich durch den Tunnel durfte, diesen verlassen und mich bereits einige Kilometer davon entfernt hatte, informiert mich mein Navigationsgerät mittels TMC über die Sperrung des Tunnels. Immerhin ein kleiner Trost: Das Navi war deutlich mehr als 20 Sekunden zu spät dran. :-)
Es gibt nicht nur die nervigen Sonntagsfahrer, sondern auch löbliche Ausnahmen. Als ich unlängst in Richtung Rickenpass fuhr, spurte kurz nach Rapperswil ein Milchtransporter-LKW vor mir ein. Auf der folgenden Strecke über die landschaftlich schöne Passstrasse im Toggenburg fand sich nie die Möglichkeit, den Truck sicher zu überholen. Trotzdem war ich weder gestresst noch genervt, denn – und das muss einfach mal lobend erwähnt werden – der Fahrer zeigte sich von seiner besten Seite. Zügig und routiniert fuhr er die ihm wohl bestens bekannte Strecke und pfadete gewissermassen vor. Erst in Wil SG trennten sich unsere Wege, als ich auf die Autobahn einbog… und danach begann ich fast den “neuen Freund” zu vermissen.
Letzthin, bei der Fahrt aus dem deprimierenden Nebelmeer in sonnige Höhen, erhielt ich die Antwort auf obige Frage höchst plastisch aufs Auge gedrückt.
Da fährt mir ein typischer Sonntagsfahrer (60 km/h ausserorts, 40 km/h innerorts) aus einer Einfahrt direkt vor die Schnauze. Als ich dank meiner inneren Gelassenheit den ersten Aggressionsschub verdaut hatte, stösst unser Zweiergespann auf einen auffallend unsicheren Autofahrschüler mit dem blau/weissen “L”-Schild am Heck.
Inzwischen zu Dritt in beklemmender Langsamkeit unterwegs gipfelte das Ganze darin, dass wir schlussendlich auf einen weiteren Sonntagsfahrer trafen, der jedoch ein heruntergeregeltes Auto mit einer Maximalgeschwindigkeit von 45 km/h fuhr.
Und so krochen wir durch das sonnige Heiden und liessen uns von Fahrradfahrern mit wehenden Fahnen überholen…
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