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Ich will jetzt nicht eine weitere Diskussion um Gewalt in Videospielen lostreten. Doch da ich aus beruflichen Gründen diesbezüglich sensibilisiert bin und immer damit konfrontiert werde, stechen mir damit verwandte Dinge sehr schnell ins Auge.
So fragte ich mich kürzlich beim Betrachten einer Ladenauslage, ob «Hühnchen-Rupfen» für die Gegner von Gewaltspielen noch als Kinderspiel durchgeht. Denn trotz farbenfroher und kindgerechter Aufmachen gehts hier um den «Riesen Spass beim Federn rupfen»…

Und bevor Ihr Euch nun hinterfragt: Ja, ich erzähle dies voller Ironie… ist ja eine lustige Idee und ich bin überzeugt, dass sich kein Kind danach ein echtes Tier als Übungsobjekt besorgt.
Wahrlich absurd war aber ein Plakat, welches ich einige Meter später entdeckt hatte:

Trotz fürchterlichem Hexenschuss habe ich mich aufgerafft und letzten Sonntag ein kleines Fotoshooting mit meiner Tochter und ihrer besten Freundin Michelle veranstaltet. Ich war zwar mechanisch ziemlich eingeschränkt und die Schmerzmittel nahmen auch etwas von meiner Leidenschaft weg, doch ich bin dennoch mit dem Ergebnis zufrieden… schaut selbst:




Dann waren auch noch Michelles Schwester und unsere Nachbarin dabei…


Ein paar Worte zur Technik: Die Aufnahmen entstanden mit der Canon 5D Mk II und meinem Lieblingsobjektiv EF 70-200m/2.8 L. Die Sonne war wegen starker Bewölkung leider nicht zur Lichtführung mittels Reflektor einzusetzen. So nutzte ich stattdessen zur Aufhellung einen entfesselten Systemblitz mit Diffusorschirm, den ich auf einem Stativ in Position brachte. Ich steuerte den Blitz manuell an mit ca. 1/4 Leistung.
Noch bis heute Abend stehe ich in der Halle 310 der Bea Expo in Bern und präsentiere unsere Firma und Produkte anlässlich der SuisseToy. Als besonderes Besuchermagnet hat sich unsere HorseLife-Postkarten-Aktion erwiesen. Kinder dürfen auf einem lebensgrossen Plüschpferd posieren, werden fotografiert und dürfen die Postkarte gleich mit nach Hause nehmen. Gegen 600 Fotos sind inzwischen entstanden, heute werden es dann nochmals mehr.
Die Arbeit macht mir wie immer viel Spass. Ein wenig den Clown spielen, Grimassen schneiden und ab und zu mal die Zunge raus stecken – schon erstrahlt das Kindergesicht mit einem herzhaften Lachen. Dann noch den richtigen Moment abgewartet und den Auslöser gedrückt… fertig ist die bleibende Erinnerung.
Doch einmal ging es so richtiggehend schief.
Ich meine damit nicht irgendwelche technischen Probleme, sondern ein Fettnäpfchen, in welches ich mit vollem Garacho reingetreten bin. Da sitzt ein fröhliches Mädchen auf dem Pferdchen. Ich knippse ein erstes Foto und merke, dass da was nicht stimmt. Irgendwas klebt da an ihrer Nase… vielleicht ein Rest eines Brötchens, ein Poppel oder sonst was. Ich sage so fröhlich motiviert wie ich bin: “Du hast da was an der Nase…”, doch kaum ausgsprochen, folgt die unerwartete Reaktion: Das Mädchen kugelt sich ein, versteckt sich vor den Blicken der Anwesenden mit ihren Armen und beginnt zu weinen. Erst jetzt realisiere ich, dass sich dieses Etwas nicht einfach wegwischen lässt. Es stellt sich heraus, dass es eine gemeine Warze ist, welche sich an dieser exponierten Stelle eingenistet hat und dem Mädchen schon viel Leid und Schmerz bereitet hat.
Die Mutter beginnt zu trösten. Ich fühle mich hilflos, doch dann kommt die “rettende” Idee. Ich wende mich zum Mädchen, zeige auf ein Muttermal in meiner Augenbraue und gebe ihr zu verstehen, dass auch ich sowas habe. Das wirkt schon ein wenig, das Weinen wandelt sich zum Schluchzen. Dann bitte ich sie auf den Bildschirm zu schauen, auf welchem ich das Bild in der Zwischenzeit bereits in den Photoshop geladen hatte. Dort retouschierte ich dann diese Warze weg, druckte das Foto aus und mit grosser Erleichterung schenkte mir das Mädchen dann ein Lächeln.
Heute bin ich in einer Zürcher Schule zu Werke und fotografiere 22 Schul- und Kindergartenklassen. Eine wirklich spannende Herausforderung, entwickelt sich doch stets eine grosse Eigendynamik und die Konzentration lässt bei den Kindern schnell nach. Zudem sollen die Kids noch fröhlich und natürlich wirken. So gilt es für mich, sich nicht hinter der Kamera zu verstecken, sondern mich auf Augenhöhe der kleinen Stars zu begeben und mit viel Action das Fotoshooting zum Erlebnis zu machen.
Wenn ich dann Gas gebe, erzähle ich überraschende Geschichten, hüpfe herum und spiele den Clown. Es ist herrlich wenn dann die Kinderaugen diese Anstrengungen mit strahlenden Blicken honorieren. Ich freue mich jetzt schon darauf, all die Aufnahmen zu sichten.
Doch vorher kommt noch die zweite Halbzeit… Los geht’s!
Heute Abend spazierten wir gemütlich am Rorschacher Seeufer entlang und erfreuten uns dem neugierigen Erkundungstrieb unseres Hundes. Dann beobachteten wir eine Szene, bei welcher ich mir einmal mehr die Frage stellte, warum man zur Haltung eines Hundes einen Kurs besuchen, zum Autofahren gar eine Prüfung absolvieren muss, aber jeder noch so unfähige Mensch Kinder zeugen und sich als Erzieher bezeichnen darf:
Eine Mutter rief ihr Kind (schätze mal, der Knabe war gerade mal 6 Jahre jung) zu sich. Wir wunderten uns eh schon, denn meine Uhr zeigte bereits elf… für meine Verhältnisse gehört ein schulpflichtiges Kind zum diese Zeit ins Bett. Ich dachte mir so: «Andere Länder, andere Sitten.» In südlichen Ländern gelten einfach andere Zeitverhältnisse und das Leben findet eben erst spät abends statt. Dennoch fragte ich mich, wie müde solche Kinder wohl morgens im Kindergarten oder in der Schule sein mögen.
Vollends entsetzt war ich dann aber, als das Kind dem Ruf seiner Mutter nicht nachkommen wollte und geradezu zum Trotz der Mutter davon rannte. Diese versuchte nun aber nicht Einhalt zu bieten und ihre Rolle als Erziehungsperson wahrzunehmen. Stattdessen rief sie ihrem Jungen in gebrochenem Deutsch «Arschloch!» nach und lief von dannen. Mir fehlten die Worte!
Und da wundert sich einer über Kinder und Jugendliche, welche keinen Anstand mehr haben sollen. Woher denn auch, wenn selbst ihre Eltern solche Kraftausdrücke zur «Erziehung» verwenden.
Da erinnere ich mich an ein Zitat vom leider verstorbenen Schauspieler Diether Krebs:
Mir ist wichtiger, dass meine Kinder keine Arschlöcher werden, als dass sie wissen, wie groß die Fläche unter der Parabel ist.
Am vergangenen Sonntag zeigen Kinder aus Arbon, Kreuzlingen, Gossau und Liechtenstein in den Räumlichkeiten der Tanzschule Dance-Floor ihr tänzerisches Talent und erhielten als Belohnung die heiss begehrten Swissdance Star-Abzeichen und ein Diplom.
Diesen Anlass durfte ich mit meinem fotografischen Auge festhalten. Die daraus resultierende Diashow gibts hier:
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