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Man soll den guten Menschen bekanntlich ein Kränzchen winden. Das möchte ich an dieser Stelle heute tun.
Wenn ich jeweils Tickets fürs Cineplexx in Hohenems kaufe, dann geschieht dies eigentlich immer via Kreditkarte und direktem Ausdruck der Tickets. So habe ich keine Wartezeiten an der Kasse und einen gescheiten Platz auf sicher. Ein technisches Problem hat nun aber beim vorletzten Mal zu einer Doppelbelastung meiner Kreditkarte geführt. Ich sah dies, legte mir die Abrechnung zur Reklamation beiseite und … reklamierte vergass.
Zwei Monate später bestellte ich wieder zwei Tickets übers Internet. Plötzlich erinnerte ich mich daran, kramte die Abrechnung hervor und nahm sie mit ins Kino. Ohne wirklich grosse Hoffnung – Reklamationen haben ja umgehend zu erfolgen – fragte ich am Ticketschalter, ob da noch was machbar wäre. Dann gings richtig zack zack! Eine Minute später stand der Geschäftsführer vor mir, ein paar nette Worte später wurden mir 20 € mit einem charmanten Lächeln in die Hand gedrückt. Es brauchte keine langen Erklärungen oder Diskussionen, stattdessen entschuldigte man sich und zeigte, dass Kundenzufriedenheit gross geschrieben ist.
Toll! Das musste nun einfach mal gesagt sein…
Als ich meiner Freundin angekündigt hatte, dass wir nach Uzwil ins Kino fahren würden, fragte sie sich schon, wieso um alles in der Welt ausgerechnet nach Uzwil, gäbe es doch moderne Multiplex-Kinos in St. Gallen oder Hohenems. Dort angekommen erwartete uns dann auch ein echtes Landkino mit kleinem, engen Eingang und wenig moderner Einrichtung. Doch der erste Eindruck täuschte. Der Kinosaal des Kino City selbst ist proppenvoll mit modernster Technologie. Als einziges Kino der Ostschweiz werden hier echte 3D-Filme ausgestrahlt und bislang exklusiv in der Schweiz verfügt dieses Kino über das Dolby Digital EX Multibassystem. Was wir dann in der Folge erlebten, war schlicht und einfach genial!
Der Film “Die Legende des Beowolf” ist eigentlich nicht so wirklich das, was ich sonst üblicherweise gerne sehe. Doch unter technischen Aspekten MUSS man das erlebt haben: Beim Betreten des Kinosaal erhält man eine 3D-Shutterbrille. Diese ist erstaunlich komfortabel – selbst für mich als Brillenträger. Schon beim Intro ist man hingerissen ob dem noch nie gesehenen 3D-Effekt. Klar, ich kenne die Rot-Grün-Brillen und den dürftigen 3D-Experimenten im TV. Auch die stereotypischen 3D-Filme in Vergnügungsparks (z.B. die Fahrt durch eine alte Goldmine) habe ich mir alle schon angetan. Doch in diesem Kino, bei diesem Film, erlebt man ein 3D-Kino wie man es noch nie gesehen hat. Es ist erstaunlich welchen Detailreichtum man in den knackscharfen Bildern erfährt, die Augen sind ständig in Bewegungung, fokussieren in den Vordergrund, dann in den Hintergrund. Eine geniale “Kameraführung”, ein phänomenaler Ton – da vibriert im richtigen Moment sogar der Kinosessel – und eine bezaubernde, computeranimierte Angelina Jolie sorgen dafür, dass man gelegentlich fast austrocknet… vor weit offenstehendem, staunendem Mund. Der Film selbst ist spannend, temporeich und trotzdem hat man stets wieder die Zeit, sich an den wunderbaren Bildern zu erfreuen, diese regelrecht auszukosten. Zahlreiche 3D-Effekte lassen einen zusammenzucken, etwa da, als ein Speer plötzlich auf Dich gerichtet ist, oder Du Dich im Pfeilehagel wiederfindest.
Leute, lasst Euch nicht ob der nicht sonderlich professionellen Website dieses Kinos einschüchtern, sondern wagt es und erlebt es selbst. Ich bin echt begeistert und werde hoffentlich bald wieder dort als Gast anzutreffen sein.
Ich habe es wieder einmal gewagt und die Hallen des Cinedomes in Abtwil SG betreten. Hungrig und nur knapp vor Vorstellungsbeginn stand ich am Tresen mit der Absicht, etwas Nährendes zu erwerben. Die Auswahl ist – typisch Kino – eher bescheiden: Süsses ohne Ende, verschiedene Galce-Sorten, Nachos mit Käsesauce und etwas Schokolade… und neuerdings auch Hot-Dogs. Cool, das will ich! So bestelle ich dieses und werde von der netten Dame hinter der Theke informiert: “Sie dürfen das Hot-Dog aber nicht in den Kinosall hinein nehmen.”
Aaahh-haa?! Etwas irrtiert frage ich nach, wie es denn um die anderen Gerichte bestellt sei. Das sei hingegen kein Problem, wurde mir berichtet. So nahm ich dann die viel zu kleine Schachtel mit den Nachos und der klebrigen Käsesauce mit ins Kino, durch die völlige Überfüllung des Behälters folgten einige Nachochips dem lockenden Ruf der Schwerkraft, andere Kinobesucher zertraten diese dann leidenschaftlich und hinterliesen die gewohnte Schweinerei von Popcorn- und Nachos-verspeisenden Kinobesuchern…
Ich bin überzeugt, ein Hot-Dog lässt sich sauber und fast rückstandsfrei verspeisen, Nachos & Co hingegen nicht. Aber eben, die Verkäuferin an der Theke konnte sich auf diese “Weisung aus Zürich” auch keinen sinnvollen Reim machen und schüttelte im Gleichtakt mit mir verständnislos den Kopf.
Es gibt Situationen, welche derart eindeutig sind, dass jegliche Nachfrage überflüssig ist. Ein Beispiel von heute abend, erlebt im Kino-Foyer nach dem Film:
Wir treffen auf eine Bekannte und werden gefragt:
“Wart ihr auch im Kino?” :-)
Als regelmässiger Kinogänger erfreute ich mich in den vergangenen Jahren stets der hochwertigen technischen Ausrüstung der St. Galler «Brüni-Kinos». Das Drumherum war zwar etwas angegraut, doch man spürte stets, dass der Kinogänger im Fokus stand. Doch vor einem halben Jahr wurden die Stadtkinos und das Cinedome an die Kitag-Gruppe verkauft. Inzwischen spürt man erste Veränderungen und mit ihnen auch den arroganten Unterton eines Grosskonzerns, welches mehr den Profit statt den Kunden in den Vordergrund aller Überlegungen stellt.
Worum gehts? «Zodiac», ein brillianter Thriller der in den Siebzigern spielt, wollten wir gestern im Cinedome erleben. Ich hatte noch Kinogutscheine (danke liebe Swisscom!), welche in jedem Kino der Schweiz und in jeder Vorstellung gültig sind.
«Perfekt, dann reserviere ich mal die Plätze und nutze dann die Gutscheine…», dachte ich mir. Doch dann die herbe Enttäuschung. Eine Platzreservation ist via Web nur noch mit einer Cinecard möglich (welche schon mal Fr. 60.- Kartengebühr kostet). Oder man kauft sich die Tickets per Kreditkarte, was dann aber das Einlösen der Gutscheine unmöglich macht.
Auf Nachfrage hin erfuhr ich, eine simple Reservation mit anschliessender Abholung und Bezahlung per Gutschein sei nur möglich, wenn ich die kostenpflichtige Hotline (Fr. 1.10/min.) anrufe. Ich finde dies irgendwie despektierlich und frech…
… und gleichzeitig erinnere ich mich nun wieder an die kleineren, freundlichen Kinobetriebe, welche es nicht nötig haben, den Grosskotz rauszuhängen.
Randbemerkung: Kitag schreibt frech als Vorteil der Cinecard:
«Reservierte Tickets mit einer Ciné-Card bleiben bis 20 Minuten vor Vorstellungsbeginn bestehen, ohne Ciné-Card bis 45 Minuten.»
Als die St. Galler Kinos noch von Franz Anton Brüni und seiner Crew betrieben wurden, mussten die Tickets 30 Minuten vor dem Filmstart abgeholt werden.
Wie ich das Kinovergnügen unter freiem Himmel liebe!
Schade nur, dass sich die Open-Air-Kino-Saison bereits wieder dem Ende zuneigt.
Naja, im Moment brauchts schon etwas Durchhaltevermögen, gute wasser- und regenfeste Kleidung und Kontaktlinsen wenn Brillenträger. :-)
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