Seenot – Schweizer Krimi, aber schweizerdeutsch synchronisiert

Erfrischend anders: Der Schweizer Krimi und deutsche Tatort SEENOTHeute abend lief auf SF1 die deutsch-schweizerische Koproduktion “Seenot” mit Eva Mattes, Stefan Gubser und Ralph Gassmann in den Hauptrollen. Für die Schweizer Zuschauer ein Schweizer Film, für die deutschen Zuschauer ein Tatort mit Kommissarin Klara Blum. Insgesamt ein spannender, gut inszenierter Krimi, länderübergreifend und vertraut… kein Wunder, erkannte man als Ostschweizer doch einige Drehorte. Endlich einmal ein Schweizer Film, der nicht wie üblich in Zürich, im Berner Oberland oder im Wallis spielt, sondern in der schönen Ostschweiz (und natürlich Süddeutschland). Der Film war teilweise in schweizerdeutschem Dialekt, teilweise Schwäbisch, teilweise Hochdeutsch… eine adrette und vor allem authentische Mischung.

Schade fand ich, dass einige Szenen offensichtlich nachsynchronisiert wurden. Ich vermute, dass diese Szenen für den deutschen “Tatort” gleich in Hochdeutsch gedreht wurden. Dies bestätigte der Schauspieler Ralph Gassmann im Livechat mit den beiden schweizerischen Hauptdarstellern auf SF.tv:

Da es eine Ko-Produktion mit Deutschland ist, war von Anfang an vorgesehen, dass es eine Schweizer Dialektfassung (bzw eine Schweizer Film-Version) und eine Deutsche “Tatort”-Version gibt. D.h. einige Szenen wurden nachsynchronisiert, da Stefan und ich in der original Tatort-Version mit einander Hochdeutsch mit Schweizerdeutschem Akzent sprechen.

Leider ist diese Synchronisation nicht wirklich gelungen. In vielen Szenen waren die Lippenbewegungen im Vergleich zum Gesprochenen sehr ungenau, auch gab es starke Abweichungen im Klang. Mal klang es realistisch, dann wieder wie aus dem Schuhkarton. Schade eigentlich.

Trotzdem möchte ich die Verantwortlichen loben:”Seenot” ist ein erfrischend andersartiger Krimi mit viel Lokalkolorit, Charme und interessanten Charakteren. Es wäre schön, wenn diese Annäherung nicht einmalig wäre und sich SF1 der “Tatort”-Produktion wieder anschliessen würde. 

Wann “Seenot” in der hochdeutschen Tatort-Fassung ausgestrahlt wird, steht offenbar noch nicht fest.

Sonderstatus Schweiz

Ein nachdenklich stimmender Spot über den Sonderstatus der Schweiz:

YouTube Preview Image

Apropos Schweiz: Schade, dass Fabienne’s Auftritt in «Die grössten Schweizer Hits» mit ihrer atemberaubend schönen Interpretation der Schweizer Nationalhymne nicht auf YouTube zu finden ist… immerhin gibts diese bei SF als RealVideo.

Ein “Valserwasser” bitte!

Valser gedrückt, Henniez erhalten.Trotz geltender Deklarationspflichten hat sich interessanterweise in der Schweiz eine seltsame Eigenart eingebürgert: Statt einem nicht näher spezifizierten “Mineralwasser” bestellt man oft ein “Henniez”, “es Passugger” oder ein “Valserwasser”. Ebenso üblich ist es dann aber auch, nicht das bestellte, sondern dasjenige Produkt zu erhalten, welches gerade im Lokal erhältlich ist. Bedenkt man, dass ein Gast welcher eine Pepsi bestellt und ohne darauf hingewiesen zu werden eine Coca-Cola erhält, dies tendenziell lautstark und bestimmt reklamiert, so wirkt es umso erstaunlicher, dass dies bei Mineralwasser völlig unüblich ist, ja gar toleriert wird.

Neuerdings wird dies übrigens sogar bei Getränkeautomaten so praktiziert, wie beistehendes Foto aus einem Luzerner Hotel zeigt.

Wo fasnachtets am meisten? In Luzern? Von wegen!

Der diesjährige 11.11. fiel auf einen Sonntag. Perfekt um dem Beginn der Fasnacht beizuwohnen. Ich musste nur kurz überlegen und bereits stand das Ziel fest: Luzern - weltbekannt für die Fasnacht – sollte uns beherbergen und uns am Sonntag entsprechend vergnügen. So fuhren wir nach Luzern, bezogen unser kleines Hotel und fragten dezent beim Portier nach, wo denn der 11.11. gefeiert werde. Es zeichnete sich die grosse Ahnungslosigkeit ab. Naja, wir werdens wohl schon entdecken, und widmeten uns erst mal dem kühlen Samstag abend.

Lecker... Schokoladenfondue!So marschierten wir in die wunderschöne Altstadt, stopften uns im Fondue House typisch schweizerisch mit Fondues voll: Zuerst Käsefondue, dann Fondue Chinoise und zum Dessert Schokoladenfondue – es passte keinen Bissen mehr rein. Wir waren für den Verdauungsmarsch zum Hotel zurück sehr dankbar.

Dann, der nächste Tag, gespannt bewegten wir uns in der Stadt, konnten aber keine Fasnächtler, nicht mal grössere Menschenmengen ausmachen. Plötzlich war es soweit: Punkt 11 Uhr 11! Doch es passierte nichts… einfach nichts!

m Nachhinein erfuhr ich, dass überall, nur nicht in Luzern selbst, am 11.11. um 11.11 Uhr Fasnachtsbeginn gefeiert wurde: In Bassersdorf, Sursee, Zürich, sogar zuhause in St. Gallen. Blöd gelaufen :-D

365 mal Schweiz – tägliche Ansichten der Schweiz.

Manchmal sind es die unspektakulären Ideen, die wegen der aufzuwendenden Selbstdisziplin faszinierend wirken. So reist der arbeitslose Postbote André Bolfing seit dem 1. August 2007 durch die Schweiz, zückt Acrylfarbe und Pinsel und hält täglich eine Impression für die Ewigkeit auf Leinwand fest. Seine Frau Angelika stellt jeweils ein Foto dieser Bilder auf der Website 365mal.ch zur Ansicht und offeriert es zum Kauf. Das Stöbern in der chronologisch geordneten “Tour de Suisse”-Galerie ist übrigens sehr anregend und vielfältig. Ach ja: Es scheint, als könnten die Beiden ihr Vorhaben, täglich malerisch aktiv zu sein, tatsächlich erfüllen. Ich konnte bislang keine Lücke ausmachen. In diesem Sinne wünsche ich dem Ehepaar Bolfing ein motivierendes “hebbed dure!”.

Das billigste Produkt: Ein Schweizer Fussballspieler

Da kann man ja nur hoffen, dass diese Anzeige bei einem Einkaufsportal nicht ein schlechtes Omen für die bevorstehende EM 2008 ist. Andererseits gilt ja auch die Devise, billig muss nicht gleich schlecht sein. :-)

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