Ein 4 GB USB 2.0 Flashdrive für gerade mal Fr. 39.90 hat Aldi Suisse derzeit im Angebot. Das klang so verlockend, dass ich mir gleich eines angeschafft habe. Doch mein gesundes Misstrauen führte mich dazu, den Stick vor dem eigentlichen Einsatz zu testen. Daher kopierte ich tausende Dateien bis der Stick proppevoll war, lediglich 52 Bytes hätten da noch Platz gehabt. Das Schreiben klappte also einwandfrei. Dann testete ich den Weg in die andere Richtung. Kopieren vom Stick auf die Festplatte… und irgendwann, ca. auf der Hälfe, kriegte ich Meldungen, dass das Anlegen eines Ordners wegen ungültiger Zeichen nicht möglich sei. Seltsam.

So sieht der Datensalat auf dem Stick aus.So verglich ich dann die Inhalte des Originalordners und dessen Kopie auf dem Stick und stellte fest, dass der Stick zwar keinen Schreibfehler gemeldet hatte, jedoch viele Daten schlicht und einfach vergessen hatte. Das Inhaltsverzeichnis mancher Ordner war gefüllt mit einem unmöglichen Sonderzeichensalat (siehe Bild rechts), wie er nach geltenden Dateinamen-Restriktionen gar nicht erlaubt ist. Auch ein weiterer Versuch mit vorgängigem Formatieren war erfolglos. So trottete ich zum Aldi zurück, lies mir einen neuen Stick im Austausch geben und auf den Parkplatz testete ich das Ganze gleich erneut am Notebook. Anderer Rechner, aber dasselbe Ergebnis. Inzwischen habe ich den Stick retourniert und das Geld zurückerhalten.

Da scheint Aldi wohl eine fehlerhafte Serienproduktion erwischt zu haben. Die Verkäuferin meinte zwar, ich sei der erste Kunde der reklamiere. Ich hoffe nur, dass die anderen Käufer das Problem nicht erst dann bemerken, wenn Sie versuchen ein wichtiges Backup vom Stick zu laden und dieses zerstört ist.

Update 27.12.2007 – Inzwischen scheinen die Vorkommnisse rund um manipulierte (gefälschte) Sticks nicht abzureissen. So berichteten auch die Blogger MacMacken und neuerdings.com vor kurzen über dieselbe Feststellung und auch gestandene Medien wie heise.de und die SonntagsZeitung berichteten darüber. Es scheint nämlich so, als wäre aber nicht nur Aldi Suisse davon betroffen, sondern zahlreiche andere Hersteller und Händler ebenso.

Die jüngste Ausgabe der Fachzeitschrift c’t widmet dem Thema gar eine Doppelseite (leider nicht online verfügbar). Speziell wird dabei hervorgehoben, dass hier nicht nur ein kleiner 1 GB Stick z.B. mit “2 GB” beschriftet worden wäre, sondern dass aufwändige Modifikationen vorgenommen wurden, damit die Sticks dem PC grundsätzlich die grosse Kapazität vorgaukeln und somit der Beschiss bei manchen Kunden lange unentdeckt bleiben… bis zu jenem Moment, wo er den Stick mehr als bis zur “Hälfte” füllt und wieder lesen will.

Tipp: Mit dem von heise zur Verfügung  gestellten Prüfprogramm H2testw können Memorystick komfortabel überprüft werden.